Emotionalkörpertherapie - Deiner Angst begegnen

Besser schlafen trotz Angst

Angst und Albträume @Michael Feurstein
Schlecht schlafen wegen Ängsten

In diesem Erste-Hilfe Artikel möchte ich eine besondere Art der Selbst-Therapie vorstellen. Diese Methode kannst Du selbst durchführen, ohne Werkzeug und ohne fremde Hilfe: die Emotionalkörpertherapie (EKT). Sie ist relativ leicht zu lernen und dennoch sehr kraftvoll in der Wirkung.

 

In Phasen von längerer Schlaflosigkeit kann einem die Lebensfreude abhanden kommen und das Vertrauen verloren gehen, dass jemals wieder ein gesunder und erholsamer Schlaf möglich ist.

 

Die Angst davor, kann uns noch weiter wach bleiben lassen.

Was ist, wenn ich heute wieder nicht einschlafe?

Wie soll ich den morgigen Arbeitstag überstehen?

... solche und ähnlich Gedanken plagen uns dann.

 

Je stärker die Angst vor dem Nicht-Schlafen ist, desto weniger ist Schlaf möglich. Diese Angst möchten wir nicht wahrnehmen, weil sie unangenehm ist und darum verdrängen wir sie. Doch sie ist da, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen. Und sie beeinflusst unseren Schlaf. Ein Teufelskreis.

In 3 Schritten zu angstfreiem Schlaf

Diese Therapie wird schon seit Jahren auch in anderen Bereichen erfolgreich eingesetzt und kann auch dir bei Schlafproblemen eine wunderbare Hilfe sein. Die Heilung der oben beschriebenen Ängste erfolgt über wichtige Grundsätze:

  • Die Akzeptanz, dass ein Gefühl vorhanden ist.
  • Die Akzeptanz, dass das Gefühl zu dir gehört und unter deiner Verantwortung steht. Du bestimmst, wie Du damit umgehst.
  • Die Befreiung verletzter Gefühle aus einem geschlossenen Kreislauf von Abwehrsignalen. Zum Beispiel, dass wir das Gefühl ignorieren.
  • Die Integration und richtige Platzierung der Gefühle.

Das kannst Du mit Hilfe der EKT erreichen. Indem Du Dich mit drei kleinen Sätzen in inneren Bildern an die jeweiligen Gefühle wendest. Bleiben wir beim Beispiel Angst:

  • Angst, ich spüre dich
  • Angst, ich danke dir, dass du da bist
  • Angst, was kann ich für dich tun

Das ist tatsächlich schon alles. Am Anfang kann es sein, dass Du Dir diese drei Sätze nicht leicht merkst.

 

Dann denke daran: das macht doch nichts! Es liegt nur an der Aufregung und bisher fehlenden Erfahrung, dass es noch nicht richtig funktioniert. Jeder Mensch kann das und Du kannst es mit ein wenig Übung auch.

 

@Pixabay
Deinen "Angst" Gast gut betreuen

Spüre in Deinen Körper hinein und fühle, was diese Angst in Deinem Körper macht und gib dieser Angst einen Namen.

 

Also zum Beispiel: ich habe Angst, dass ich nicht einschlafen kann.

 

Es ist nicht wichtig, genau diese Worte zu verwenden, sondern die Aufmerksamkeit auf die inneren Bilder zu lenken.

 

Dabei hilft Dir vielleicht folgendes Bild. Stelle Dir vor, Deine emotionale Welt wäre eine grosse Pension. All die Gäste, die dort wohnen, sind Deine Gefühle und Du die Pensionsbesitzer/in. Die Befindlichkeiten Deiner Gäste liegen Dir natürlich sehr am Herzen.

 

Du hast Dir längst abgewöhnt, Deine Gäste zu bewerten, Du beobachtest sie einfach nur.

 

Und, Du sorgst dafür, dass es allen gut geht.

 

Stell dir Deine Angst als einen Gast vor. Es mag sein, dass er ein unliebsamer Gast ist. Aber als Pensionsbesitzer/in weisst Du, was sich gehört und deshalb bist Du genauso nett und höflich, wie zu allen anderen.

 

Wie mag die Angst aussehen?

Vielleicht wie ein alter Mann mit Hut und Mantel? Vielleicht sieht er so verunstaltet aus, dass Du ihn gar nicht mehr als Mensch erkennen kannst? Wie auch immer dieser Gast in Deiner Vorstellung aussieht, bewerte ihn dieses Mal nicht, sondern achte darauf, wie es ihm geht und wie es ihm bei Dir am besten gefällt.

 

Dies ist der Punkt, an dem Du sagen kannst: "Angst vor dem Nicht-Einschlafen, ich spüre dich"

Sprich es laut aus. Und beobachte, um wie vieles deutlicher Du Deinen Gast namens Angst sehen kannst, sobald er sich Deiner Aufmerksamkeit sicher ist. Beobachte ihn genau.

 

Verwende nun die Zauberformel, indem Du sagst: "Angst vor dem Nicht-Einschlafen, ich danke dir, dass du da bist"

In der Zeit, in der Du die Angst beobachtest und ihr dankst, kann sie sich verändern. Seine Grösse oder seine Position. Du darfst sie ruhig genauer anschauen und nähertreten, ihr ins Gesicht sehen. Wiederhole dein Dankeschön und beobachte, wie sie immer zugänglicher wird. Das ist der Moment, in dem Du das Abwehrsignal aus dem Schaltplan deiner Gefühle entfernst und deshalb passiert immer etwas positives.

 

Nach dem Dankeschön kann Dein Gefühl der Angst Stück für Stück besser werden. Die Beziehung zwischen Dir und Deinem Gast wird befreit von überflüssigem Stress.

Angst loswerden
Hilf deiner Angst mit der Emotionalkörpertherapie

Nun kannst du deinen Pensionsgast fragen,

 

"Angst vor dem Nicht-Einschlafen, was kann ich für dich tun?"

 

Vermutlich wirst Du keine Antwort erhalten, denn Du hast ihn schon lange ignoriert oder sogar versucht abzustossen. Probiere einfach aus, was ihm gefallen könnte - ein anderer Platz, etwas zu essen, Musik, Massage,.... lass deiner Fantasie freien Lauf, Du kannst nichts falsch machen. Pflege diesen Gast wie ein verletztes Häschen, damit Heilung passieren kann.

 

Es kann sein, dass dieser Gast, also dieses Gefühl, nicht Deine ist, sondern von aussen kommt, von deiner Familie oder sonst aus deiner Umgebung. Dann möchte er Dich vielleicht verlassen. Du kannst ihn fragen, wie er Dich verlassen möchte: Durch Deine Tränen, durch Dein Lachen? sollst du ihm eine Türe nach draussen bauen?

 

Du wirst während dieser Zeit hautnah erleben, was bei deiner emotionalen Veränderung passiert: Du merkst prompt eine, wenn auch noch so eine kleine, körperliche Wirkung. Wenn Dein Gast alles hat, was er benötigt, wird sich Deine körperliche Empfindung erleichtern oder ihren Charakter verändern.

 

Dein Gefühl wird sich Runde um Runde verbessern und die Abwehrmechanismen werden Schritt für Schritt aufgeben.

Du kannst die EKT auch einfach üben, bevor Dir etwas weh tut oder Du Angst bekommst. Lege Dich entspannt und in Ruhe zurück und achte einfach auf Deine Körpersignale. Sei achtsam mit Dir und wenn Dir eine Körperstelle auffällt, frage dich, was sie braucht. Wenn es zum Beispiel ein leichtes Kribbeln auf der Hand ist, sprich das Kribbeln an und gib ihm, was es braucht. 

 

So bekommst du Übung und es fällt dir immer leichter. Du lernst, mit Deinen Gefühlen bewusst umzugehen, sie wahrzunehmen und kannst sie benennen. Darum musst Du sie nicht mehr verdrängen und wegstossen und sie haben nicht mehr diese Macht über Dich.

 

Ich würde mich freuen, wenn Dir diese Übung Schritt für Schritt Erleichterung verschafft und Dir ein Beitrag für erholsamen Schlaf ist. 

 

Falls Du Hilfe zu dieser Übung brauchst und falls Deine Ängste zu gross sind, um sie alleine auszuhalten, kannst Du mich gerne kontaktieren. Ich stehe Dir gerne zur Seite und begleite Dich, damit sie leichter werden.

 

Schlaf Gut!

Deine Elisabeth

 

PS: Dieser Artikel wurde inspiriert vom Buch "Gelassen durch die Kinderwunschzeit" von Birgit Zart


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Kommentare: 1
  • #1

    Daniel (Mittwoch, 10 April 2019 21:34)

    Toll. Danke