Die 9 besten Schreibtipps für besseren Schlaf

Wie dir Tagebuch schreiben bei Schlafproblemen hilft

eigenes Bild schlafen
mit einem Tagebuch besser schlafen lernen

Dein Tagebuch ist ein geschützter Ort, an dem du Gefühle, Gedanken, Träume, Hoffnungen, Sorgen und Ängste ausdrücken kannst. Es kann dir helfen, die Vergangenheit zu begreifen, die Gegenwart bewusster zu erleben und deine Zukunft zu gestalten und so wieder zu gesundem Schlaf zu finden. Du selbst entscheidest, mit wem du deine intimen Aufzeichnungen teilst oder sie ganz für dich behältst. 

 

 

Anaïs Nin schrieb: "Ein kultiviertes, gut genährtes Innenleben ist eine Quelle der Kraft. Die innere Struktur, die wir brauchen, um Ungerechtigkeiten, Fehler und äussere Katastrophen zu überstehen."

 

 

Die Beschreibungen im Tagebuch geben nicht die Realität wieder, sie rekonstruiert die Ansichten und das Erleben eines Menschen. Das eigene Leben zu beschreiben, gibt ihm Bedeutung. Du kannst dir selbst Berater, Freund und Lehrer sein, was unter anderem deine Schlafprobleme anbelangt.

 

Die Art des Buches beeinflusst das Schreiben enorm. Kleine Bücher sind handlicher und können besser transportiert werden. In einem grossen Buch ist Platz für alle Ausdrucksformen. Auch die Art der Bindung beeinflusst durch die eigenen Erfahrungen deine Einträge. So kann eine Ringbindung an die Schule erinnern.

1. Schreibe spontan über deinen Schlaf

Probiere aus, was jetzt der richtige Stil für dich ist. Du darfst dich dir selbst öffnen. Zum Beispiel kannst du dich fragen: "Was habe ich bei den Personen, die ich heute getroffen habe empfunden? Wie habe ich reagiert bei dem, was sie mir erzählt haben? Welche Begegnungen waren mir wichtig und welche nicht? Wie geht es mir jetzt damit?" Du kannst nur einzelne Worte oder Wortgruppen niederschreiben, die dir gerade einfallen.

 

Beim Tagebuch schreiben gibt es keine Regeln. Alles ist möglich. Es kann nichts falsch gemacht werden. Es muss nicht geplant werden, am Ende wirst du entdecken, was auf der Seite steht. Du darfst auch deine eigenen Rechtschreibregeln einführen. Das einzige, was ich dir empfehlen würde, ist immer das Datum dazu zu schreiben, damit du später nachvollziehen kannst, von wann der Eintrag kommt.

 

Oft entsteht im freien Schreiben schon eine Lösung oder Befreiung eines (Schlaf-)Problems. 

 

Je mehr du aus dir herausgehst, desto mehr Gewinn wirst du aus dem Schreiben ziehen. Ich möchte dir Mut machen, offen über deine Gefühle zu schreiben. Alles was dich stark berührt, ist auch für dein Tagebuch von Bedeutung. Nicht was andere für wichtig halten, sondern deine Werte sind erwähnenswert. Tiefe Emotionen haben hier Raum beschrieben zu werden.

 

Tiefe: je mehr du in dich gehst, desto mehr kannst du bewirken.

 

Wie fange ich an?

Schreibe einfach, was dir im Moment einfällt. Lass es fliessen, ohne zu korrigieren. Grammatik ist nicht wichtig. Schreib einfach drauf los, ohne das Geschriebene zu bewerten oder korrigieren. Es muss nicht logisch sein. Im Tagebuch kannst du die verschiedenen Seiten deines Inneren ausleben.

 

Über was soll ich schreiben?

Wenn du nicht weisst, über was du schreiben sollst, hier ein paar Ideen. Beschreibe den Augenblick. Was hörst du, riechst du? Welches Gefühl spürst du in deinem Körper? Wo bist du gerade? Was siehst du? Schreibe über dich selbst. Zeichne in Worten eine Skizze über dich selbst. Was du erlebt hast, wohin du möchtest, was dir wichtig ist, wo du jetzt stehst und wohin du glaubst und möchtest, dass deine Reise führt.

 

Warum ich Tagebuch schreibe?

Das kannst du selbst für dich definieren. Erkläre dir im Schreiben selbst, was dich dazu führt und mit was du dich im Tagebuch beschäftigen möchtest. Welche Gefühle kommen dabei hoch? 

 

Entspanne dich und fange JETZT an. Stell dir einen Wecker für 10 Minuten. Schreib, was dir geraden in den Sinn kommt und setze den Stift nicht ab. Wenn du nicht mehr weisst, was schreiben, schreib einfach das: "ich weiss nicht was schreiben". Du kommst sicher wieder in den Fluss, und wenn nicht, ist es nicht falsch. Wenn dir Zeichen in den Sinn kommen, zeichne sie. Lass für diese Zeit dein Bewusstsein sich beruhigen und dein Unbewusstes die Kontrolle über den Stift übernehmen.

2. Mit Reflexion klarer werden

Du kannst über vergangene Erlebnisse im Tagebuch reflektieren. Das bedeutet, das Geschehene wie aus der Vogelperspektive beobachten und somit Zusammenhänge zu erkennen. Das hilft besonders, wenn die Gedanken über ein bestimmtes Ereignis beim Einschlafen kein Ende nehmen wollen. Du kannst mit dem Ich von damals sprechen, dich aussprechen und besprechen, was gut war und was du in Zukunft anders machen möchtest.

 

Wenn du dein Tagebuch später wieder liest, bringe der Person im Tagebuch Mitgefühl, Toleranz und Geduld entgegen, ohne zu urteilen. Eine abwertende Selbstverurteilung verhindert eine positive Entwicklung. Du kannst vielleicht Tendenzen und Muster erkennen und somit mehr Verständnis für dich erlangen. Es kann sich deine Meinung zu einem Thema verändert oder bestärkt haben. Was empfindest du beim Lesen? Wie haben sich deine Gefühle zu damals verändert?

 

3. Mit Listen Übersicht über deine Schlafgewohnheiten gewinnen

Mit Listen kannst du dir Übersicht verschaffen. Es ist eine zeitsparende Art, Gedanken, Gefühle, Vor- und Nachteile aufzuführen. Manchmal kann man sich nicht in ganzen Sätzen ausdrücken, dann reichen Stichworte, um Gefühle zu beschreiben. Eine To-Do-Liste kann helfen, wenn man vor lauter Nervosität nicht einschlafen kann und Angst hat, wichtige Dinge zu vergessen. Man kann sich jederzeit vergewissern, dass alles aufgeschrieben ist. Eine Plus/Minus Liste verschafft Übersicht zu einer bevorstehenden wichtigen Entscheidung. Es können auch die entsprechenden Gefühle dazugeschrieben werden, damit spürbar ist, welche Seite mehr Gewicht hat. Auch um dein Leben zu strukturieren, kannst du die wichtigsten Punkte in deinem Lebenslauf als Liste darstellen.

4. Sich selbst mit Portraits besser kennenlernen

Portraits sind ein wunderbares Mittel, um andere und sich selbst besser kennen zu lernen. Beschreibe dabei eine andere Person in allen Einzelheiten und deine Reaktion auf diese Person. Statt die portraitierte Person als eigene Persönlichkeit zu sehen, nimm sie als eine Art Spiegelbild von dir selbst wahr. Welche Gemeinsamkeiten kannst du feststellen? Manchmal geht einem ein Mitmensch auf die Nerven und man muss dann in einer solchen Arbeit feststellen, dass es sich um eine Eigenschaft handelt, die man an sich selbst nicht mag.

 

Psychologen haben festgestellt, dass oft eine bewunderte Eigenschaft im Gegenüber in einem selbst schlummert. Durch Portraits von faszinierenden Menschen erhält ein Tagebuch also eine zusätzliche Qualität.

5. Mit Bildern zu deinen eigenen Gefühlen finden

Du kannst auch eigene oder fremde Bilder (aus Zeichnungen, Anzeigen, Katalogen,...) verwenden, um zu reflektieren, was gerade in dir vorgeht. Was spricht dich gerade besonders an und warum? Was empfinde ich beim Betrachten des Bildes? Auch der Spass darf in einem Tagebuch nicht zu kurz kommen! :-)

 

Für deine Wunsch-Zukunft kannst du dir ein sogenanntes Visionboard erstellen. Da unser Gehirn in Bildern arbeitet, ist es sinnvoll Bilder mit hinein zu nehmen, die dafür stehen, was du in Zukunft erreichen und erleben möchtest. 

6. Persönliche Kraftorte für ruhigen Schlaf schaffen

Im Tagebuch kann man sich auch persönliche Kraftorte schaffen. Am sonnigen Meeresstrand ausruhen, oben in den Bergen die herrliche Aussicht geniessen, sein Bauchgefühl treffen oder einen erfundenen Ort mit einem Ruhepol oder einer Energiedusche schaffen... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Schöpfe Kraft, Ruhe und Erkenntnis.

 

An deinem persönlichen Kraftort kannst du schwierigen Situationen begegnen und neue Lösungen finden. Du kannst ein Souvenir von dort mitnehmen, um im Alltag diese Kraft wieder zu spüren. Wichtig ist, nicht nur an diesem Kraftort zu verweilen, sondern die Erkenntnisse im Leben in die Tat umzusetzen.

7. Briefe schaffen Erleichterung - auch bei Schlafstörungen!

Du kannst der Person, die dich gerade beschäftigt, einen Brief schreiben. Im ersten, meist emotional geladenen Moment, hast du deine Gefühle niedergeschrieben und kannst dann eine Nacht darüber schlafen. Lies dir den Brief nochmals durch. Ob du den Brief auch wirklich abschickst, bleibt dir überlassen. Vielleicht hat sich inzwischen auch etwas geändert, du konntest im Schlaf eine Lösung finden oder musst noch etwas ergänzen. Wenn du den Brief versendest, schreibe dir vorher auf, was du mit dem Brief bezwecken möchtest und wie du erwartest, dass dein Gegenüber reagiert.

Du kannst auch dir selbst einen Brief schreiben oder an einen (Körper-)Teil von dir.

8. Im Dialog in Kontakt kommen

Im Dialog kannst du die verschiedenen Anteile in dir zu Wort kommen lassen. Wir alle haben verschieden Anteile in uns, wie Grossmutter, Sohn, Mutter, Bruder, Arbeitnehmer, Sportlerin, Gärtner, Köchin, Der Aufbrausende, Die Liebende, der Weibliche und der Männliche und viele mehr. Jeder Anteil hat verschiedene Bedürfnisse, die sich manchmal widersprechen. Im Tagebuch kannst du über ein Ereignis oder ein Thema mit den verschiedenen Anteilen diskutieren, um Klarheit zu gewinnen. So lernst du dich besser verstehen, Entscheidungen fallen dir leichter und du kommst mit deinen Gefühlen besser klar. Auch für Dialoge in einem Vorstellungsgespräch kannst du so auf verschiedene Weise üben.

 

Du kannst deinen schmerzenden Fuss fragen, welche Botschaft er dir mitteilen will. In einer schlaflosen Nacht, deine Gedanken, was sie brauchen, um wieder zur Ruhe zu kommen, damit du schlafen kannst. Scheue dich nicht davor, mit deinem Körper in Kommunikation zu gehen. Auch mit einem Ereignis in deinem Leben, wie Unfall, Scheidung oder Arbeitslosigkeit, einer Angst oder Schlaflosigkeit, kannst du schriftlich in Kontakt gehen. Was könnte die tiefere Bedeutung sein? Schreibe auch auf, wovor du dich fürchtest es auszusprechen. Dadurch hast du die Chance, das Thema genauer kennen zu lernen und den Knoten zu lösen, wenn es nötig ist, aktiver zu werden. 

9. Traumarbeit - wenn Träume deinen erholsamen Schlaf stören

Träume enthalten Botschaften, welche tief aus uns selber kommen. In Träumen können wir das Tagesgeschehen verarbeiten. Oft merken wir gar nicht, wie viel wir in der Nacht geträumt haben. Andere Nächte sind voll von teils markanten Träumen. Wenn du dich erinnern möchtest, kannst du beim Einschlafen die Entscheidung treffen: "ich wünsche mir einen Traum". Du kannst auch eine Bitte hinzufügen: "bitte hilf mir bei meinem Problem" oder "ich möchte im Traum fliegen". Schreib dir nach dem Aufwachen den Traum ohne Bewertung auf. Beobachte, wie du dich dabei fühlst und stelle fest, was der Traum mit deinem wachen Leben zu tun haben kann. Das kannst du natürlich auch tagsüber. Für eine Traumanalyse empfehle ich dir ein persönliches Gespräch mit einer Person, die sich mit Träumen intensiv beschäftigt. Wenn du aus einem Albtraum aufwachst, kannst du ihn im Tagebuch aufschreiben und den Traum so lange fortsetzen, bis du ein zufriedenstellendes Ende gefunden hast.

 

Merke dir: ein Traum hat immer die Bedeutung, die du ihm gibst. Ob eine Traumdeutung stimmt, kannst nur du entscheiden, denn es ist dein Traum und keiner kennt dich besser, als du selbst. 

Der innere Kritiker hält dich vom schlafen ab?

Zum Schluss noch ein Thema, das vielen von uns begegnet. Der innere Kritiker - er ist perfektionistisch und bewertend. Das ist sicherlich angebracht, wenn wir einen Aufsatz in der Schule schreiben oder einen Text veröffentlichen. Beim Tagebuch schreiben ist es jedoch nicht von Bedeutung, wann ein Satzzeichen gesetzt wird. Lass dich also von deinem inneren Kritiker nicht davon abhalten, wenn er dich fragt "und was, wenn das jemand liest" oder dich wegen deines fehlenden Schreibstils kritisiert oder du dich selbst beschimpfst, es doch nicht zu können. Er kann nicht zwischen einem Tagebuch und einem Aufsatz unterscheiden, also gib ihm einen Platz aus dem er im richtigen Moment aktiv werden kann und zeige ihm, dass du aus deinen Fehlern lernen und daraus wachsen kannst. 

 

Ich wünsche dir viel Freude beim Schreiben und

Guten Schlaf!

Deine Elisabeth

 

Dieser Artikel ist inspiriert von dem Buch "Tagebuch schreiben" von Tristine Rainer

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